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Leiser Abschied

Thomas steht neben mir. Ich habe ihn knapp zwei Monate nicht gesehen, wir haben nur geschrieben. Mein Schatten, der mich nicht loslässt. Ich sehe ihm an, was durch seinen Kopf geht. Sehe es an seinem Blick, mit dem er mich er mich immer wieder von oben bis unten mustert. Er hat schon einige Bier getrunken, sodass sein Blick etwas verschleiert und sein Verhalten etwas aufgedreht ist. Wir stehen mitten auf einem Straßenfest, hunderte Leute um uns herum, seine Freunde in unserer Nähe. Und dennoch wissen wir, dass es nur uns gibt. Wir unterhalten uns über belanglose Dinge, harmloses Terrain. Doch dann trifft er meinen wunden Punkt. Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung mit David und war auf dem Fest vor ihm "geflüchtet". Ich war enttäuscht und verletzt, ein wenig wütend. Thomas hat es gespürt.

Aber er hat es ausgenutzt. Er fragt mich, was los ist und ich präsentiere ihm ein paar Häppchen. So richtig wohl ist mir dabei nicht, doch Thomas hakt nach. Dann nimmt er mich in den Arm. Ich kann ihn riechen. Er lässt mich los, aber sein Arm bleibt auf meiner Schulter. Immer wieder sieht er mich an, er überlegt, was er sagen soll. Dann legt er los mit einer irrwitzigen Geschichte über einen Freund, der nach vielen Jahren mit seiner Freundin der sexuellen Langeweile entfliehen wollte. Nicht wirklich passend für unsere Situation. Dann beugt er sich zu mir rüber, flüstert mir ins Ohr, dass er Lust auf mich hat, dass er mich will, dass er eine Beule in der Hose hat, jetzt und hier sofort könnte. Er fragt mich, ob ich mit zu ihm nach Hause komme. Oder ob ich irgendwann in nächster Zeit zu ihm kommen würde.

Mein Herz pocht, ich sehe ihn mit großen Augen an. Mir wird warm und es kribbelt zwischen meinen Beinen. Mein Körper will es. Vor meinem geistigen Auge sehe ich uns, wie wir uns lieben, uns dieser aufgestauten Leidenschaft hingeben. All das tun, worüber wir vorher nur geschrieben und phantasiert haben. Es wäre zum greifen nahe. Ich spüre seine Nähe. Sein Blick gleitet zwischen meinen Augen und meinen Lippen hin und her. Ich weiß, dass er ähnliches vor sich sieht.

Doch ich sehe plötzlich ein anderes Bild vor mir. David. Und ich weiß, ich kann es nicht tun. Ich entziehe mich Thomas' Nähe. Erst will er es nicht zulassen. Aber ich mache ihm mehr als deutlich, dass ich mich nicht auf ihn einlassen kann. Dass ich es nie können werde.

15.8.07 00:01
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


F. (16.8.07 08:46)
Ein schöner Blog!


Katze / Website (17.8.07 21:08)
Danke. Und wer bist du?

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