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Schattengespräche

Von meinem Schatten habe ich euch ja schon berichtet. Thomas und ich, wir sind im wahren Leben sehr gut befreundet. Anfangs dachten viele, da läuft was zwischen uns (was damals nicht der Fall war). Aber mittlerweile sieht uns jeder nur als sehr gute Freunde.

Verbringen wir Zeit miteinander, reden wir nie über Sex. Nicht mal andeutungsweise. Es gibt keine Zärtlichkeiten, keine Zweideutigkeiten, nichts was über Freundschaft hinaus geht.

Die Spannung zwischen uns spielt sich in Worten ab. Kurzum: Wir chatten. Übers Internet tauschen wir Erfahrungen aus. Wir reden über unsere Vorlieben und über die Dinge, die wir nicht mögen beim Sex. Und eigentlich immer landen wir dann beim Cybersex.

Thomas war erst vor kurzem mit seiner Freundin im Urlaub. Er hat ihr dort einen Vibrator geschenkt - und sie haben ihn ausgiebig probiert. Er hat mir alles beschrieben - und immer gefragt, wie ich es hätte haben wollen. Er saugt diese Informationen geradezu auf. An jede Geschichte schließt er die Frage an, was mir gefallen würde. Dann fängt er an zu erzählen: Wie er meinen Nacken küsst, seine Hände auf meinen Hüften, sein Schoß an meinen Hintern. Wie er mich langsam auszieht und mir genüsslich, aber sanft in die Schulter beißt. . .

Ich lasse mich fallen in diese Phantasie, schreibe sie mit. In meinem Zimmer ist es dunkel und still, nur der Computer surrt und das Klimpern auf den Tasten ist zu hören. Wenn ich nicht schreibe, gebe ich mich ganz der Vorstellung und meinen Fingern hin.

Bis das Verlangen halbwegs befriedigt ist. Was übrig bleibt, ist ein mulmiges Gefühl und die Frage, ob ich auch die Wirklichkeit wagen würde. Jetzt, einen Tag später, ist beides verflogen. Und ein anderes, überraschendes Gefühl macht sich breit: Eifersucht. Heute hatte Thomas nur eine kurze Nachricht für mich übrig. Er ist mit seiner Freund auf eine Geburtstagsparty eingeladen. Er amüsiert sich und ich sitze frustriert vor dem Computer. Aber eine Katze hat nun mal keinen Anpruch auf ihren Schatten. Irgendwie ist das bitter, auch wenn es das nicht sein sollte. Ich rede mir ein, dass ich eben nicht gern teile. Und Männer schon gar nicht. Aber die ganze Wahrheit ist das wohl nicht . . .

12.7.07 22:25
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Diane / Website (13.7.07 01:42)
Hi Katze,
nice to meet you in meinem Blog. Vielleicht habe ich sowas - ähnliches oder anderes nochmal ... im moment ist bei mir nur wenig Zeit.

Ciao
Diane


unberuehrt / Website (13.7.07 09:50)
Hm, somit hat sich eine meiner Fragen an dich erledigt. Vielleicht sollte ich nicht von hinten nach vorne sondern von vorne nach hinten lesen. Oder so. *grins*
Ok....Thomas....hm....ich hatte auch einmal einen "Thomas". Wir haben uns unseren Fantasien hingegeben, unsere gegenseitigen Erfahrungen geschildert. Nur CS hatten wir nicht miteinander. Aus einem einfachen Grund. Wir hatten uns ineinander verliebt und waren uns dafür zu schade. Aber der Sex mit ihm war unbeschreiblich und unvergleichlich. Vielleicht berichte ich in meinem Blog einmal davon.
Die Frage bei dir ist nur....wie ist diese Sehnsucht nach ihm? Ist es nur Sehnsucht nach seinen Worten? Nach dem Verbotenen? Oder nach IHM? Wie ist es, wenn ihr euch danach seht? Eigenartig? Knistert es da dann nicht? Da muss doch eine gewaltige erotische Spannung zwischen euch sein?
Würdest du einen Schritt weiter gehen wollen? Könntest du dieses mit deinen Gedanken/Gewissen vereinbaren (wegen D.)?

Jeder muss für sich für und wider abwegen. Wissen, wie weit er zu gehen bereit ist und ob er das mit dem Gewissen vereinbaren kann.
Ich könnte es nicht. Wenn ich einen Freund habe bzw. verliebt bin gibt es für mich keinen Anderen. Erotische Gedanken ja. Fremdgehen nein. Aber wie gesagt, das muss jeder für sich wissen.

Freue mich schon, mehr von dir zu lesen ;-))


Katze / Website (14.7.07 17:34)
Nun ja, CS hatten wir vielleicht drei Mal bis jetzt. Verteilt über einen Zeitraum von 9 Monaten. Über Sex und Sex zwischen uns schreiben wir vielleicht einmal im Monat. Da wir uns eigentlich nie wirklich allein sehen, sondern immer andere dabei sind, ist alles meist normal. Aber da ist man eben auch nicht so ungezwungen. Ich weiß, dass ich Thomas nie lieben würde. Er ist ein super guter Freund, aber mehr nicht. Außer der sexuellen Anziehung. Und deswegen hab ich bis jetzt nie was unternommen. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich mich in reine Sexgeschichten immer gefühlsmäßig irgendwie verstricke. Leider dauern diese Einsichten bei mir immer etwas. Und sicher hab ich sie morgen wieder vergessen. Aber welche Katze hat schon ein einfaches Gemüt.
Danke für das Lob!

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